Begriff: AG-Mantel / Mantelgesellschaft

Definition: AG-Mantel / Mantelgesellschaft

Der AG-Mantel ist eine wirtschaftlich, nicht aber rechtlich liquidierte und daher im Handelsregister (noch) eingetragene Aktiengesellschaft (seltener GmbH); sie besteht meist nur noch in einer Gesellschaftshülse ohne Unternehmensziel.

Die wirtschaftliche Liquidation wird auch als faktische Liquidation bezeichnet; diese ist gegeben, wenn die Kerntätigkeit eingestellt ist, die Aktivseite der Bilanz zum überwiegenden Teil nicht mehr im Betrieb investierte Aktiven aufweist und deren Erträge nur mehr aus neutralen Erträgen (zB Zinserträgen) besteht.

Kein Standardtyp!

Die Mantelgesellschaften gibt es in unterschiedlichem Zustand.

  • Abzugrenzen von einer Mantelgesellschaft sind:
    • Notleitende Gesellschaften, die zB nur einen Erinnerungsfranken wert sind;
    • nur vorübergehend inaktive Gesellschaften (wegen Todesfalls des Alleinaktionärs oder kurzfr. Demission des Geschäftsführers etc.).

Der wirtschaftlichen Liquidation gleichgestellt ist das „in eine liquide Form bringen“. Eine Gesellschaft wird dann als „liquid“ betrachtet, wenn ihre Aktiven vorwiegend oder vollständig aus leicht verwertbaren Vermögenswerten bestehen, die innert kurzer Zeit in Bargeld umgewandelt werden können:

  • Barpositionen wie
    • Kassabestand
    • Postkonto- oder Bank-Guthaben
  • Kotierte Wertschriften
  • Darlehen, die jederzeit fällig gestellt werden können.

Oft steht einem oder wenigen uneinbringlichen Debitorenguthaben das Aktionärsdarlehen des Aktienverkäufers mit Rangrücktritt gegenüber.

Sobald aber noch Kreditorenschulden bestehen, muss die Warnlampe leuchten; Anbieter zerstreuen Bedenken mit Argumenten wie Verschollenheit des Gläubigers, Forderungsverjährung usw.

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